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Datum: 18.03.2021

Grün statt Grau

GrünStattGrau
Schotter macht keine Biene satt!

Begrünte Vorgärten – für ein besseres Mikroklima

In Zeiten des Klimawandels wird das Mikroklima in Städten und Gemeinden immer wichtiger. Vorgärten spielen dabei eine ganz zentrale Rolle. Sie beeinflussen Temperatur, Luftfeuchte und Trockenheit in unserem direkten Lebensumfeld.

Schmetterling
Schmetterling

Auch in unserer Gemeinde wird es zukünftig mehr heiße Tage und mehr Starkregen geben. Mit naturnahen Gärten können Sie mit geringem Aufwand viel bewirken und sich gegen die Folgen des Klimawandels wappnen. Bepflanzter Boden speichert Regenwasser, das über die Pflanzen verdunstet. Die Folge: Ein klimatischer Ausgleich, bessere Luft und angenehme Kühle im Sommer. Ein natürlich bewachsener Vorgarten schafft nicht nur ein buntes Paradies für Insekten und Vögel, sondern schützt auch das Haus vor Überschwemmungen.

Anders bei Kies und Schotter. Das Gestein heizt sich unter Sonneneinstrahlung auf, Tiere finden keine Nahrung, Regenwasser kann nicht versickern.

Schottergärten – vielfach überschätzt

Heute muss alles schnell gehen und soll nur wenig Arbeit machen. Auch im Vorgarten. Daher entscheiden sich viele EigentümerInnen für eine Lösung aus Gestein. Dabei wird oft Mutterboden abgetragen und wasserdurchlässiges Vlies oder Folie verlegt. Das soll verhindern, dass im Vorgarten Unkraut wächst. Auf dem Vlies werden dann meist Kies, Steine oder Schotter verteilt. Formgehölze sollen die graue Fläche verschönern.

Was viele nicht wissen: Schottergärten machen auf lange Sicht sogar mehr Arbeit!

Schottergarten nach fünf Jahren
Schottergarten nach fünf Jahren

Denn Unkraut, Algen, Flechten und Moose siedeln sich auch auf Steinen an. Kies und Schotter davon zu befreien, ist viel aufwendiger, als ein mit Stauden besetztes Beet zu säubern. Weil der Boden abgedeckt ist, kann im Schottergarten außerdem kein Regenwasser versickern. Das Wasser fließt direkt in die Kanalisation oder staut sich an der Hauswand. Bei lang anhaltendem Niederschlag oder Starkregen kann das zu Überflutungen führen. Im schlimmsten Fall dringt das Wasser ins Gemäuer ein.

Ein Garten voller Farben und Leben

Geben Sie Insekten Nahrung und Raum zum Leben
Geben Sie Insekten Nahrung und Raum zum Leben

Ein naturnah angelegter Vorgarten schafft Freiraum und Lebensqualität für Mensch und Tier. Als intaktes Ökosystem trägt er dazu bei, die Artenvielfalt zu erhalten. Insekten, Vögel und Kleintiere freuen sich über Lebensraum.

Viele Insekten sind inzwischen vom Aussterben bedroht, weil sie keine Nahrung mehr finden. Schon eine kleine Wiese mit Blumen und Kräutern ist für sie ein Paradies. Dort finden sie Blüten und Behausungen. Schmetterlinge, Bienen und Hummeln sind für unsere Umwelt unverzichtbar. Sie bestäuben unsere Obst und Gemüsepflanzen und locken Vögel an.

Ein kleines Gartenparadies kann mit einer farbenfrohen Bepflanzung auch den Menschen Freude machen. Es bietet Erholungsraum und lädt zum Verweilen und Entspannen ein. Von einem naturnahen Vorgarten profitieren alle.

Ein grüner Vorgarten muss nicht viel Arbeit machen.

Ein grüner Vorgarten muss nicht viel Arbeiten machen!
Bunter Vorgarten

Es gibt eine Vielzahl an heimischen Pflanzen, die nur ein Minimum an Pflege brauchen.

Immergrüne Gehölze wie Buchsbaum, Stechpalme oder Rhododendron sind auch im Winter grün. Zusätzlich können mit einjährigen Sommerblumen das ganze Jahr über farbige Akzente gesetzt werden.

Stauden mehrjährig, winterfest, pflegeleicht – Stauden wachsen problemlos in jedem Vorgarten und müssen nur einmal im Jahr geschnitten werden. Zu den heimischen Sorten zählen beispielsweise Königskerze, Veilchen, Primeln oder Sonnenhut. 

Storchschnabel, Thymian, Schafgarbe oder Johanniskraut sind Bodendecker und im Garten beliebte Helfer, weil sie das Unkraut begrenzen und ihm nur wenig Platz lassen. Das minimiert den Pflegeaufwand. 

Verschiedene Mulcharten auf den Gartenbeeten verhindern ein Verschlämmen und Verdichten des Bodens. Der Boden kann so mehr Wasser aufnehmen und besser halten. Im Sommer müssen solche Beete seltener gegossen werden.

Schottergärten haben eine schlechte Klimabilanz

Alle Materialien, die man für die Herstellung eines Schottergartens benötigt, werden unter hohem Energieaufwand hergestellt oder herangeschafft:

  • Der Abbau und das Zermahlen von Steinen sind energieintensiv. Auch für den Transport von Schotter wird viel Energie benötigt, da die Transportwege meistens sehr weit sind das Gewicht für eine Tonne Schotter relativ hoch ist: ca. 1,5 t je cbm. Und mit einem Kubikmeter kann man nur eine Fläche von 10 m² in einer Stärke von 10 cm abdecken.
  • Das Unkrautvlies verbraucht bei der Herstellung ebenfalls reichlich Energie und Erdöl und erzeugt außerdem noch problematischen Müll, wenn man das Vlies wieder entsorgen muss.
  • Wenn Schottergärten voll Laub oder grün und hässlich geworden sind, dann werden sie energieintensiven Hochdruckreiniger oder Laubbläser gereinigt.
  • Die Haltbarkeit der meisten Stein- und Schotterfläche liegt bei zehn Jahren, bei hellen und kleinen Kiessorten in ungünstigen Lagen manchmal jedoch nur 3 Jahren. Dann muss man das Unkrautvlies und oft auch den unansehnlich gewordenen Schotter tauschen. Wieder müssen Maschinen und Fahrzeuge zum Aufnehmen und Abtransport des „alten“ Schotters eingesetzt werde. Selbst für die Aufbereitung/Wiederverwertung des Schotters wird Energie benötigt.

Schottergärten haben somit eine schlechte Klimabilanz. Im Gegensatz dazu bindet selbst die kleinste Pflanze CO2 und Feinstaub. Außerdem erzeugt sie Sauerstoff verhindert im Sommer das Aufheizen des Bodens und somit die Abgabe von Strahlungswärme in der Nacht.

Arbeiten im Steinbruch
Arbeiten im Steinbruch

Gerne beraten wir Sie um die Vorteile Ihres grünen Vorgartens

Volker Braun

Leiter des Amtes für Umwelt
Abfallentsorgung / Umweltschutz / Lärmbelastungen / Grünflächen

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